Drehspul-Lichtmarken-Galvanometer

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Lichtmarken-Galvanometer HLM-1; Skalen-Nr. 1-2878567
Die Lichtmarken-Galvanometer von Hartmann & Braun sind hochempfindliche Drehspul-Instrumente, welche die Vorteile von Zeigerinstrumenten mit den günstigen Eigenschaften der Spiegelgalvanometer verbinden. Sie werden als ungeeichte Mehrzweck-Galvanometer mit verschiedenen Strom- und Spannungsempfindlichkeiten, als geeichte Strom- und Spannungsmesser und als Isolationsmesser geliefert. Die Spannbandlagerung der Drehspule macht eine mechanische Arretierung und eine genau waagerechte Aufstellung des Instrumentes überflüssig. Ein am beweglichen Organ befestigter Hohlspiegel lenkt die Strahlen einer handelsüblichen Glühbirne (6 V, 3 W) auf die durchscheinende Skala. Die Lichtmarke kann auch bei direkt einfallendem Tageslicht gut beobachtet werden.

Die Lichtmarken-Galvanometer HLM 1 bis 3 sind für Ausschlagmessungen oder als Nullgalvanometer verwendbar. Durch einen eingebauten Empfindlichkeitseinsteller kann die Empfindlichkeit im Verhältnis 1:10:100:100:10000 herabgesetzt werden. Das Lichtmarken-Galvanometer HLM 10 mit besonders kurzer Einstellzeit hat zwei Wicklungen, davon eine hochohmig (I), die andere niederohmig (II).

Der Lichtmarken-Strommesser HLM 4 und der Lichtmarken-Spannungsmesser HLM 5 haben je 6 Meßbereiche. Bei günstigstem Außenwiderstand ist eine Einstellzeit (nach VDE 0410) von 1,8 s zu erreichen.

Das Lichtmarken-Galvanometer für Widerstandsmessungen an Isolierstoffen dient zum Messen hoher Widerstände mittels einer konstanten Gleichspannung von 1000V. In 5 Meßbereichen sind Widerstände bis 5X1011 Ohm meßbar [29].

Die Drehspule des Lichtmarken-Galvanometers ist zwischen zwei Torsionsbändern in senkrechter Lage eingespannt. Die Stromzuführung erfolgt über richtkraftarme Edelmetallbänder. Durch diese Art der Lagerung ist eine sichere Einstellung des Meßwerkes auch bei nicht ganz waagerechter Lage des Galvanometers gewährleistet. Eine Lagerreibung entfällt hier ganz, so daß eine falsche Anzeige infolge Reibungsfehler nicht auftreten kann. Durch die elastische Aufhängung ist das System sehr weitgehend unempfindlich gegen Erschütterungen und Stöße. Ferner macht diese Lagerung auch eine mechanische Arretierung des Meßwerkes entbehrlich.

Die bei Drehspul-Instrumenten übliche Dämpfung durch Wirbelströme im Spulenrahmen entfällt hier, da die Spule ohne Rahmen gewickelt ist; die Dämpfung erfolgt durch die bei der Spulenbewegung induzierte Spannung und den dadurch bewirkten Strom, vorausgesetzt, daß der Spulenkreis über einen äußeren Widerstand geschlossen ist. Der zu einer aperiodischen Einstellung des Systems notwendige Widerstand ist der Grenzwiderstand, d. h. jener Widerstand, der die Grenze zwischen periodischer und aperiodischer Einstellung der Drehspule bildet. Ist der äußere Widerstand größer als der sog. äußere Grenzwiderstand, dann pendelt das Galvanometer gedämpft um den Einstellwert; bei kleinerem äuOerem Widerstand kriecht es. Bei offenem Galvanometer ist das Galvanometer nur durch die Luft gedämpft und pendelt um die Ruhelage. Die Schwingungsdauer ist durch die mechanische Ausführung bedingt. Da die Schwingungsdauer die Verwendungsmöglichkeit eines Galvanometers entscheidend beeinflußt, ist sie eine wichtige Konstante des Meßwerks. Bei Lichtmarken-Galvanometern ist durchweg eine kurze Einstellzeit erwünscht.

Datenblatt HLM Technische Daten (114k)


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